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Fokus Forschung: Umdenken für 3D

Ein Rückblick auf das 8. Mitteldeutsche Forum „3D-Druck in der Anwendung“

Der Staffelstab des Forums gefertigt am Laserinstitut Hochschule Mittweida


„Umdenken beginnt im Kopf“, so lautete ein Vortragstitel, der aber auch der Untertitel für das gesamte Forum sein könnte.

Umdenken – das mussten zunächst erst einmal Prof. Jörg Matthes und das Organisationsteam an der Hochschule und den Partnereinrichtungen, denn wie fast alle Veranstaltungen fand das Forum „3D-Druck in der Anwendung“ am 02. Juni 2021 digital statt. Dies erforderte veränderte Planungen und Abläufe. Die Vortragenden lieferten ihre Beiträge als Videoaufzeichnung im Vorfeld ab, waren aber für die Diskussionen ebenso wie alle Teilnehmenden live zugeschaltet. Dank der Veranstaltungsplattform und tatkräftiger Unterstützung durch unsere Mitarbeiter:innen, die als Hosts der Zoom-Sessions fungierten, lief die Tagung ohne technische Probleme.

Neben der Hochschule Mittweida stellten sich vier weitere Firmen und Einrichtungen in einer digitalen Firmenpräsentation vor. Bis zu 130 interessierte Teilnehmende verfolgten das Forum.

Dietmar Glatz von der Hochschule Merseburg fasst zusammen: „Die Konferenz lief erstaunlich geschmeidig ab, dass man fast den Eindruck hatte es wäre live. Die Verbindung war gut, der Support durch die Hosts war geräuschlos, d.h. niemand musste eingreifen.“ Allen Akteuren – egal ob im Vorfeld, auf oder hinter der Bühne – sei herzlich für ihr Engagement gedankt.

Ein besonderes Dankeschön gilt auch den beiden Plenarrednern. Manfred Ostermeier von der Modelltechnik Rapid Prototyping GmbH Waltershausen inspirierte mit seiner Fragestellung: „AM-Plattformen im Internet - Fluch oder Segen?“ die Teilnehmer, neue Wege bei der Fertigung von Bauteilen durch eine AM-Plattform zu beschreiben. Anschaulich wurden dabei Chancen aber auch Risiken für mittelständische Unternehmen und deren Einfluss auf die Umsatzentwicklung dargestellt.
Andreas Leupold von Leupold Legal gelang es, das an sich sehr theoretische Thema des geistigen Eigentums und der Produkthaftung im 3D-Druck anschaulich darzustellen.

Umdenken für den sinnvollen Einsatz der 3D-Druck-Technologie – so lautete aber auch die Botschaft aller Vortragenden in den vier unterschiedlichen Sessions: Prozessoptimierung, Landschaft und Bauen, Materialien und Verfahren und 3D-Druck in der Gesellschaft.

Prof. Peter Schulze von der HTWK Leipzig moderierte die Session Prozessoptimierung und zeigte sich beeindruckt von den Applikationsmöglichkeiten der 3D-Verfahren: „Der Bogen spannte sich in dieser Session von der Zeiteinsparung bei aufwändigen Einzeldrucken bis zur Kleinserie, für welche die Innovationskraft der generativen Verfahren genutzt wird. Es gab tolle Ideen zum thermischen Bauteilverhalten und zum Einsatz der Verfahren beim Guss von Polyamid. Das Herz der Konstrukteure schlug höher bei der Umsetzung von Getriebeideen, weg von der Ebene, hin zu räumlicher Bewegung. In der Session „Prozessoptimierung“ wurden nicht nur Prozesse, sondern gelegentlich gleich noch die Konstruktionen optimiert. Die Mundwinkel der interessierten Zuhörer haben sich bei allen Vorträgen nach oben gebogen.“

Prof. Maik Berger TU Chemnitz beim Vortrag Claudius Petzold HSMW beim Vortrag


Erstmalig aufgenommen wurde eine Session zum Thema „Landschaft und Bauen“. Rückwirkend fasst Dietmar Glatz von der Hochschule Merseburg, der die Session moderierte, zusammen: „Diese Vortragsreihe zeigte eindrucksvoll, dass auch hier die Digitalisierung und die additive Fertigung in der Praxis dieser Sparte angekommen ist. So wurde gezeigt, dass man nicht ein komplettes „Bauteil“ sprich ein Gebäude im 3D-Druck erstellen muss, wenn es in der modernen Architektur gelingt, nur die „Knoten“, welche selbstverständlich digital berechnet werden, additiv herzustellen und damit individuelle Gebäude und Fassaden zu errichten. Ferner wurden die Fortschritte der additiven Bauweise von Betongebäuden oder die geniale Symbiose von Geodaten mit 3D-CAD-Daten vorgestellt. Letztere ermöglicht Planern in kürzester Zeit Straßenzüge, Quartiere oder ganze Städte von der Oberflächengestaltung bis in die unterirdischen Versorgungsleitungen zu planen und grafisch darzustellen.“

Prof. Jens Bliedtner (Ernst-Abbe-Hochschule Jena) blickt auf die Session „Materialien und Verfahren“ zurück: „'Vom Zahnrad zum Motor' und von den 'Metallen zu den Gläsern' waren die interessanten Berichte und Erfahrungen, die Referentinnen und Referenten aus der Industrie und den Forschungsinstituten dem Fachpublikum vorgestellt haben. Hierbei ging es neben verfahrenstechnischen Möglichkeiten und den additiv verarbeitbaren Ausgangsmaterialien, auch um die Fragestellung, welche Präzision kann erreicht werden und wieweit lassen sich die innovativen Verfahren auf konkrete Anwendungen übertragen. So konnte ein Forscherteam von der Hochschule Mittweida ein Mikro-SLM-Verfahren vorstellen, mit dem es sogar möglich ist Mikrozahnräder für eine Uhr zu drucken. Ein Forscherteam von der Ernst-Abbe-Hochschule stellte Verfahren zur Verarbeitung von Keramiken und Gläser vor. Die Session gab einen sehr guten Überblick zu den aktuellen Verfahrensmöglichkeiten und einen kleinen Ausblick, was der 3D-Druck an Innovationen zukünftig noch erwarten lassen wird.“

Prof. Jörg Matthes als Tagungsleiter und Moderator der Session „3D-Druck in der Gesellschaft“ war begeistert von der Vielfältigkeit der Vorträge: „Der erste Beitrag dieser Session gab die ersten Denkanstöße für den effizienten Einsatz dieser Technologie. Der nachfolgende Beitrag zeigte auf, welchen Anteil der 3D-Druck an der Bewältigung der Pandemie im Bereich Atemschutz leisten kann und zudem noch nachhaltigen Einsatz findet. Der gesellschaftliche Nutzen beim Einsatz in der Detektorenfertigung wurde anhand der vielfältigen Anwendungen, wie der Suche nach Edelmetallen oder alter Munition, schnell bewusst. Die Beschreibung von funktionalen Oberflächen als Kriterium für die Qualität der Bauteile sowie die generelle Sicherstellung der Qualitätsanforderungen seriengefertigter Bauteile rundeten die Session ab.“

Prof. Jens Bliedtner EAH Jena StaffelstabübergabeDass der 3D-Druck auch problemlos digitalisiert werden kann, zeigte sich in besonderer Weise bei der Abschluss-Session. Am Laserinstitut Hochschule Mittweida wurde extra für das Forum ein Staffelstab aus Aluminium mittels Selektivem Laserschmelzen (SLM) 3D-gedruckt. Diesen überreichte Prof. Jörg Matthes im Zoom-Meeting an die Ernst-Abbe-Hochschule Jena, die im kommenden Jahr das Forum ausrichten wird. Prof. Jens Bliedtner (EAH Jena) gab einen kurzen Ausblick auf das Forum im kommenden Jahr und hielt kurze Zeit später genau diesen Staffelstab mit einem Augenzwinkern vor Ort in Jena in der Hand.

Der Tagungsband mit allen Beiträgen wird in Kürze verfügbar sein und auf der Veranstaltungsseite (www.hs-mittweida.de/forum-3d-druck) verlinkt. Alle Tagungsbände der bisherigen Foren sind unter www.rp-netzwerk.de und www.3d-druck-leipzig-halle.de verfügbar.

 

Quelle: Hochschule Mittweida

 

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